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Einheitliche europäische Notrufnummer 112 seit heute auch in Südtirol aktiv

Seit heute (17. Oktober) gilt die einheitlichen Europäischen Notrufnummer 112 auch in Südtirol. Vorher mussten die Nummer 118 für Rettungsnotfälle und die 115 für Feuerwehreinsätze gewählt werden, unter 112 und 113 wurden die Sicherheitskräfte erreicht.

„Notruf – Emergenza“: 15 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen als Call Taker den Notruf entgegen und sehen gleichzeitig dessen Herkunft auf einem ihrer Bildschirme. Ihre Schreibtische im Turm des Bevölkerungsschutzzentrums in der Drususallee 116 in Bozen sind rund um die Uhr besetzt. „Was ist passiert? Wer ist verletzt?“ Die Call Taker (Telefonisten) füllen ein Formular mit den Erstangaben aus und übermitteln es je nach Bedarf den Disponenten des Rettungsdienstes oder der Feuerwehrzentrale im Nebenraum. Diese fragen nach weiteren Details – „Sind die Verletzten ansprechbar?“ – und schicken die Einsatzfahrzeuge auf den Weg.

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Zu den Mehrwerten des neuen Dienstes zählt neben der Möglichkeit der Lokalisierung des Anrufes auch eine Simultanübersetzung in 37 Sprachen. Und: Der Notruf 112 kann auch dann kostenlos abgesetzt werden, wenn der eigene Betreiber kein Signal hat, wohl aber ein anderer Betreiber.

In einer ersten Phase nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einheitlichen Notrufzentrale alle Anrufe entgegen, die unter den Notrufnummern 118, 115, 113 und 112 – jener der Carabinieri – eingehen. Nach einiger Zeit soll nur noch die einheitliche Europäische Notrufnummer 112 aktiv sein.

Für Südtirol und das Trentino wurde eine Einheitliche Notrufzentrale mit den zwei Standorten Bozen und Trient geschaffen. Beide Zentralen funktionieren im Normalfall als eigenständige technische Einheit. Im Falle eines Ausfalles bzw. einer momentanen Überlastung kann eine Zentrale die andere unterstützen oder auch ersetzen.

Die Einheitliche Notrufzentrale wird personalmäßig vom Sanitätsbetrieb geführt und technisch von der Agentur für Bevölkerungsschutz betrieben. Im Sitz der Agentur für Bevölkerungsschutz ist sie auch untergebracht, und zwar in unmittelbarer Nähe der bereits bestehenden Landesnotrufzentrale. Sie verfügt aus diesem Grund über dieselben Sicherheitsstandards und über eine unterbrechungsfreie Stromversorgung auch über Notstromaggregate. Zutrittskontrolle, Videoüberwachung und auch ein ständiger technischer Bereitschaftsdienst garantieren Sicherheit und Kontinuität.

Die Landesnotrufzentrale mit der Notrufnummer 118 für den Rettungs- und Bergrettungsdienst in Südtirol ist seit November 1993 aktiv. Seit dem Jahr 2003 sind die Notrufnummern 118 und 115 nach dem Vorbild der nordeuropäischen Länder in einer einzigen integrierten Leitstelle, der Landesnotrufzentrale, zusammengefasst. Seither werden von dieser alle Anrufe betreffend Sanitätsnotfälle, Feuerwehr-, Bergrettungs- und Wasserrettungseinsätze entgegengenommen, die jeweiligen Rettungskräfte alarmiert bzw. koordiniert. Zur Verfügung steht ein engmaschiges Netz an Einsatzorganisationen: 306 freiwillige Feuerwehren, 56 Bergrettungsstellen des nationalen Verbandes und des Alpenvereins Südtirol, sowie 37 Sektionen des Weißen und Roten Kreuzes. In Bozen leistet zudem die Berufsfeuerwehr ihren Dienst. Insgesamt müssen landesweit 18.000 freiwillige Helfer und Beschäftigte koordiniert werden.